Umweltliebe: Die Plastik-Challenge

Umweltliebe - Wie wir mit wenig Aufwand viel für unseren Planeten tun können - Buchcover

Mareike von Crow and Kraken organisiert in diesem Monat eine Blogtour unter dem Motto „Umweltliebe*", dem gleichnamigen Buch von Jennifer Siglar - erschienen im Piper-Verlag, im März diesen Jahres. 

Alle teilnehmenden Blogs widmen sich - angelehnt an die Kapitelüberschriften - verschiedenen umweltpolitischen Themen.

Unser erster von zwei Beiträgen für die Blogtour handelt von dem inzwischen sehr populären Thema: Plastikvermeidung. Neben vielen Tipps und Tricks zeigen wir allerdings auch auf, dass Zero Waste nicht immer die richtige Lösung für jeden Menschen ist.

Allgemeines zum Buch

Jennifer Sieglars Ratgeber ist ein hervorragender Einstieg in das Thema Zero Waste, Nachhaltigkeit und Mikroplastik. Sie selbst hat ein Jahr lang jeden Monat etwas anderes ausprobiert, sei es auf Plastik zu verzichten, grün zu verreisen oder Palmöl in Lebensmitteln zu vermeiden. So entstanden zwölf Kapitel voller „Challenges", die einfach nachzuvollziehen sind und viele einfache Tipps beinhalten, die leicht und schnell auch für einen selbst umsetzbar sind - im direkten Alltag, fernab jeder großen Politik und Industrievorschriften, einfach schon bei jedem Gang zum Supermarkt.

 

Das Buch ist besonders für Menschen geeignet, die erste Schritte machen wollen hin zu einem achtsameren Umgang in den Bereichen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

 

Für alle, die sich schon länger mit den Themen auseinander setzen, ist das Buch weniger Inspiration denn eine Geschenkidee für Freund*innen, Partner*innen, Familienmitglieder usw., die Basics zu Zero Waste und Co. wissen wollen und die schnelle und einfache Lösung für ihren nachhaltig(er)en Alltag benötigen.

 

Plastikfrei - wie Geht´s am besten?

Reinland Seifen: Wellenreiter, Cuja Mara, Wonderful Woodland und Zitronensorbet
Vom Duschgel und Shampoo in der Flasche zum puren Stück Seife unter der Dusche: Reinland Seifen bietet zum Beispiel handgesiedete Seifen für Hände, Körper und Haare an - komplett plastikfrei (auch im Versand).

 

Immer wieder stellt sich bei Zero Waste und plastikfreiem Leben eine Frage:

Wo fange ich als erstes an?

 

Die Entscheidung ist so individuell wie alltagsbedingt:

Vielleicht braucht es einen Thermosbecher statt täglicher Wegwerf-To-Go-Becher, vielleicht reicht aber auch schon die Stofftasche mitzuhaben in der eigenen Handtasche für die nächsten Einkäufe.

 

Vor einiger Zeit haben wir eine Linkliste zusammen gestellt aus den verschiedensten Bereichen (Küche, Kosmetik, Bad, Kleidung etc.) rundum Zero Waste und Nachhaltigkeit. Die ist hier nachzulesen.

 

Momentan taucht bei uns im Bekannten- und Freundeskreis oft die Frage auf:

Wie stelle ich mein Badezimmer auf Zero Waste um?

 

Deshalb dazu noch mal ein paar ergänzende Links:

  • Handgemachte Hand-, Dusch- (und bald erhältlich: Haar-)Seifen gibt es bei Reinland Seifen hier*. Wir haben über die Manufaktur aus NRW bereits hier berichtet. Wunderbar in dem Produktsortiment ist die Möglichkeit ein kleines Paket von Probeseifen zusammenstellen zu lassen, um sich durch die verschiedensten Duftrichtungen zu riechen - was sonst nur in Läden vor Ort möglich wäre.
  • Periodenprodukte: Seit März bietet einhorn Berlin - neben veganen Kondomen - auch nachhaltige Menstruationsprodukte an, seien es Tampons aus Biobaumwolle (im Vergleich zu vielen herkömmlichen Herstellern mit Plastik) oder natürlich auch den Klassiker in dem Bereich: Menstruationstassen. Erhältlich sind die Produkte im Onlineshop und bundesweit in jedem dm-Markt.
  • Zähne putzen: Hydrophil bietet als Hamburger Unternehmen schon sehr lange Bambuszahnbürsten an - andere Firmen folgten und es gibt inzwischen eine Vielzahl nachhaltigerer Zahnbürsten in Drogerie- und Unverpackt-Läden zu kaufen. Als Zahnpasta gibt es inzwischen auch einige Zero- und Low-Waste-Produkte, seien es Tabs, Stücke (z.B. von Lamazuna) oder Tuben zu Teilen aus Kreide bestehend wie Niyok.
  • Wattestäbchen: Für viele aus Badezimmern nicht wegzudenken. Von Hydrophil oder pandoo gibt es die umweltbewusste, plastikfreie Alternative aus Bambus. Gerade letztere Firma setzt sich ein, sehr vielfältige Produkte aus Bambus anzubieten. Wr haben hier über sie auf unserem Blog berichtet.
  • Rohr frei: Es gibt natürlich zahlreiche Chemikalien, die man für Abflüsse verwenden kann (meist in Plastikflaschen). Um Haare aus dem Duschabfluss zu bekommen eignet sich allerdings auch hervorragend der Holzstab aus Buche von TwistOut*. Je nach Verschmutzungsgrad abwaschbar und mehrfach verwendbar.

Zeit, Geld, Inklusion - Das große Aber

Trinkglas mit verschiedenen nachhaltigen Strohhalmen aus Glas, Edelstahl und Bambus
Eine schöne Alternative zu Plastikstrohhalmen: welche aus Glas, Edelstahl oder Bambus. Doch sie sind keine Lösung für zum Beispiel Menschen mit Behinderung, die auf flexibles Material angewiesen sind.

 

Wir hören immer wieder das Argument: Nachhaltig zu leben ist teurer und auch mit so einer Aufzählung an vielen Tipps ist es oft nicht getan, denn die Verfügbarkeit im Einzelhandel von nachhaltigen Produkten nimmt erst langsam zu. Das hemmt und nicht jede*r hat einen Unverpackt-Laden ums Eck, der preislich oft vergleichbar mit Biomärkten ist.

 

Deshalb haben wir uns schon mal hier mit dem Thema Low Budget und Nachhaltigkeit beschäftigt und viele Tipps gegeben zum Geld sparen, weil es schlichtweg nicht immer möglich ist, das teurere Produkt zu kaufen. Und auch ein ganz aktueller Artikel von Utopia zeigt, dass viele Supermärkte erst langsam ihr Sortiment plastikfreier gestalten. Hier ist es also nicht nur eine Geld-, sondern auch sehr oft eine Zeitfrage, in verschiedene Supermärkte oder sogar zum Wochenmarkt zu gehen, der oft preislich noch unter Edeka und Co. liegt (insbesondere, wenn man kurz vor Schluss hingeht).

 

Nun sind Zeit und Geld Privilegien, die sich im Leben ändern können oder etwas, an dem Mensch zum Teil auch arbeiten kann, Zeitroutinen zum Beispiel umzustellen, den Kaffeebecher immer dabei zu haben oder seine Lunchbox für die Arbeit regelmäßig vorzubereiten.

 

Was allerdings wenig zur Sprache kommt und auch in Büchern fehlt:

Das Thema Inklusion und plastikfreies Leben sowie auch Produkte, die es derzeit einfach nicht ohne Kunststoffanteile gibt (z.B. Autoreifen, die den größten Mikroplastikanteil der Erde ausmachen, Alltagshilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen(reiniger), Emissionen oder auch Schuhsohlenabrieb, der sich nicht vermeiden lässt und ebenfalls einen viel höheren Anteil an Mikroplastik darstellt als bspw. Kosmetik - wie in der UMSICHT Fraunhofer Studie 2018 zu Mikroplastik nachzulesen ist). 

 

Natürlich ist das kein Grund, nicht selbst auf Plastik zu verzichten, da, wo es eben möglich ist. Dennoch gilt es nicht vorgeschnittenes Obst und Gemüse in Supermärkten zu verurteilen. Bei Salaten ist das für viele Menschen ganz normal geworden im Supermarkt zuzugreifen, bei verpackten Tomatenscheiben hingegen nicht. Doch es gibt Menschen, die motorisch eingeschränkt sind und auf vorgeschnittenes Essen angewiesen sind. Behinderte werden so noch weiter aus der Gesellschaft ausgeschlossen statt eine schnelle Lösung für sie zu finden. Aber sie sind oftmals keine Zielgruppe für die Werbebranche und werden auch bei Diskussionen um Nachhaltigkeit ausgeschlossen statt ihnen zuzuhören und gemeinsam eine umweltfreundlichere Lösung zu finden.

 

Bestes Beispiel ist auch die allgegenwärtige Strohhalm-Diskussion. Nur für die wenigsten Getränke ist ein Strohhalm von Nöten, also eigentlich eher ein Lifestyle-Objekt. Doch es gibt Menschen, die auf biegsame Strohhalme angewiesen sind. Das sind Glas-, Bambus-, Nudel-, Teilsilikon- und Edelstahlstrohhalme nicht. Und wozu das im Alltag eines behinderten Menschen führen kann, schreibt Tanja sehr ausführlich auf ihrem Blog

 

Da gibt es auch kein „ja, aber", sondern es sollte einen Weg geben, Menschen, die auf besondere Plastikprodukte angewiesen sind, zuzuhören. Wie schön wäre zum Beispiel eine Salattheke in jedem Supermarkt für alle Menschen, an der - wie an Fleisch- oder Käsetheke auch -, ein frisch geschnittener/zubereiteter Salat nach Belieben zusammen gestellt und in die mitgebrachte Box gefüllt wird? - Selbstverständlich den Hygienevorschriften der Lebensmittelbranche angemessen. (Natürlich gibt es schon vereinzelt Salattheken in Supermärkten, aber barrierefrei/rollstuhlgerecht sind die auch meistens nicht.)

 

Gerade im Bereich Inklusion und Nachhaltigkeit darf es noch viele neue Lösungen geben - vor allem, wenn es um Alltagsverbesserung geht, wie in dem Buch geschildert oder auch von uns immer wieder um neue Artikel, Links und Hinweise ergänzt. 


Zu allen weiteren Beiträgen rundum das Thema „Umweltliebe" geht es hier entlang: 

 

Anna von Ink of Books schreibt zu den Themen „Mikroplastik" und „Weniger ist mehr"

 

Charline von Bücherbrise zu den Themen „Fortbewegung" und „Holz und Papier"

 

Celine von The Printrovert zu den Themen „Palmöl" und „Reisen"

 

Nise von Kitsune Books zu den Themen „Essen", „Garten und Balkon"

 

Mareike von Crow and Kraken zu den Themen „Wohnen" und „Weihnachten".

 

 

Weitere Anmerkungen:

  • Das Buch ist uns allen für die Blogtour kostenfrei zur Verfügung gestellt worden. Eine Vergütung für die Blogtour hat nicht stattgefunden. Der Artikel spiegelt unsere eigene Meinung wider.
  • Alle mit * gekennzeichneten Links sind von uns individuell eingefügte Affiliate-Links.

 

 

 [daniela & heiko]

 

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