Yogan - Veganes Leben und Yoga von Dominik Grimm

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht den Leser beim Transferprozess von gelesenem Ratgeber zur Umsetzung im Alltag zu unterstützen. Allein dafür kann man das Buch schon weiterempfehlen!

 

Die erste Hälfte liest sich entspannt und unaufgeregt wie jeder reguläre, gutgeschriebene Ratgeber. Von der inneren Einstellung, über einige erste praktische Übungen, verschiedene Atem- und Meditationstechniken bis hin zu Lebensmitteln findet sich in dem Buch alles rund um Yoga und vegane Ernährung wieder.


Die zweite Hälfte ist dann die, die das Buch über diesen regulären Anspruch hinaus wirklich hervorragend macht. Es geht um die Schwierigkeiten, die genannten Dinge umzusetzen.


Was bleibt von unseren Vorsätzen übrig, wenn Arbeitsstress, Beziehungskrisen, Geldsorgen oder stänkernde Freunde und Verwandte die ersten Umsetzungsschritte torpedieren?

 

Hier setzt der zweite Teil des Buches sehr pragmatisch an und gibt Hilfestellungen und Ideen. Von der Atemübung beim Warten an der Supermarktkasse bis hin zur Essensplanung bei Familienfeiern oder Festtagen. 

 

Das Buch ist gut geschrieben, verfolgt keinen aufdringlichen Missionierungsgedanken (der ebenfalls im Buch thematisiert wird) und bietet praktische, pragmatische, leicht umzusetzende Hinweise für den Alltag. So sollten Ratgeber viel häufiger sein!

 

Die Rezepte im Buch sind nicht zahlreich, dafür aber ausgesucht einfach (es wird nur ein Pürierstab/Mixer gebraucht) und vielseitig. Ich habe mir zwei Brotaufstriche bzw. Dips herausgesucht. Einen, um ihn zu testen und einen, der sehr nahe an einem meiner eigenen Rezepte liegt. 


 

Pikante Avocado-Kräuter-Crème


Pikante Avocado-Kräuter-Crème mit einer Scheibe One-Pot Brot.
Pikante Avocado-Kräuter-Crème mit einer Scheibe One-Pot Brot.


Zutaten


1 reife Avocado

1 kleine Chili

5 Cocktailtomaten

1-2 EL Rucola

2 EL Olivenöl

2 EL Limettensaft

Salz und Pfeffer

 


Zubereitung


Alles - bis auf Salz und Pfeffer - in einen Mixer geben oder mit einem Pürierstab ca. 1 Minute zu einer Crème verarbeiten. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 


Fazit:


Wie ich beim Durchlesen des Rezeptes schon befürchtet habe, ist der Dip extrem sauer. Das ist auf der einen Seite sehr erfrischend auf der anderen ziemlich zitruslastig. Vitamin C wirkt (biochemisch stark vereinfacht gesprochen) ähnlich wie Koffein, deshalb kann ich bei einer Straight-Edge-Lebenseinstellung sehr gut verstehen, warum man einen sehr zitruslastigen Brotaufstrich schätzt. Für mich persönlich würde ich den Limettensaft beim nächsten Mal jedoch auf ein Minimum von einem halben Teelöffel reduzieren.


Nummer zwei der ausprobierten Rezepte ist nahe an meinem eigenen Paprika-Capsaicin-Pesto und deshalb mein zweiter Rezeptversuch aus dem Buch. 

 


Paprika-Chili-Crème

 

Paprika-Chili-Crème mit einer Scheibe One-Pot Brot.
Paprika-Chili-Crème mit einer Scheibe One-Pot Brot.


Zutaten


100g Sonnenblumenkerne

1 rote Spitzpaprika

3 Kirschtomaten

1/2 Zitrone

1 kleine Chili

1 TL Oregano

2 TL Basilikum

1 Msp. Muskat

50 ml Rapsöl

Salz und Pfeffer

 


Zubereitung


Alles - bis auf Salz und Pfeffer - in einen Mixer geben oder mit einem Pürierstab ca. 1 Minute zu einer Crème verarbeiten. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

(Meine Annahme war: Saft von einer halben Zitrone, erklärt ist es im Text des Buches jedoch nicht.)

 


Fazit:


Ähnlich wie bei dem anderen Dip ist auch dieser extrem sauer. Da ich Leinöl (die vorgeschlagene Variante im Buchrezept) nicht gut vertrage, habe ich selbiges durch Rapsöl ersetzt. Durch die starke Säure kann ich leider nicht so gut sagen, ob die Verwendung der Kräuter eine sinnvolle Ergänzung ist. Von den Inhaltsstoffen vielleicht schon, geschmacklich teste ich das gerne mit deutlich weniger Zitrone noch einmal.




Zusammenfassung


Auch, wenn die Rezepte verbesserungswürdig sind oder anders herum: dem eigenen Geschmack flexibel angepasst werden können, sind sie genauso praktisch wie der restliche Großteil des Buches. Hier finden Neueinsteiger in die vegane Küche genauso Tipps wie alte Hasen, die vom Alltagsstress überrumpelt werden.

Und das beste: viele Ideen sind schnell und leicht umzusetzen, so dass der Zeitfaktor keine Ausrede mehr ist. 

Ein Buch also, das durchaus lohnenswert ist - für jeden, den Yoga und/oder vegane Ernährung interessiert.



[heiko]


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