Sachen machen von Isabel Bogdan

Sachen machen... Vor zwei Jahren erfuhr ich davon. Okay, nicht davon, dass man Sachen machen kann. Sondern, dass Isabel Bogdan sie gemacht hat. Isabel Bogdan übersetzt eigentlich ziemlich erfolgreich Bücher (aktuell gemeinsam mit Ingo Herzke: Miss Blackpool von Nick Hornby) und hat also vor ein paar Jahren den Auftrag von CULTurMAG erhalten, Kolumnen zu schreiben über Dinge, die man mal tun könnte, sich aber bisher nie getraut hat, weil man keine Zeit/keine Lust oder vielleicht auch viel zu unsportlich/unkreativ oder einfach nur unsicher war.

Herausgekommen ist im Jahr 2012 das Buch Sachen machen beim Rowohlt-Verlag. 217 Seiten Kolumnen.

 

Doch es hat fast zwei Jahre gedauert bis ich dieses Buch in der Hand gehalten habe. Denn Isabel habe ich zuerst akustisch kennengelernt. Heiko hatte Audiodateien von ihren Lesungen (leider hier nicht mehr online) - und auch, wenn wir uns nach der langen Zeit nicht mehr sicher sind, ob wir sie bei ihm oder mir gehört haben -, war es sofort wie eine Sucht. Weiter machen, weiter hören. (Und bei mir will das was heißen, ich schlafe ansonsten schon bei jedem Vorwort eines Hörbuchs ein.) 

Da liest sie wie sie in letzter Minute doch noch Pressekarten für das größte Heavy-Metal-Festival Deutschlands erhält und nicht weiß, ob Wacken nun eher eine „Böse Jungs-" oder eine „Wir-haben-uns-alle-lieb"-Veranstaltung ist, dass die Dixi-Klos im VIP-Bereich „Hasi" heißen und dass 86000 Menschen plus der Einwohner des schleswig-holsteinischen Dorfs am ersten Augustwochenende jedes Jahres eine Menge Spaß zusammen haben. Irgendwie will ich danach da hin. Immer wieder. Und ich mag nicht mal die Musik.

 

Aber das ist wohl das Bezauberndste an dieser Idee, diesem Buch, dem Titel und an Isabel: Sie steckt mit ihren Erlebnissen an, verbreitet gute Laune und animiert den inneren Schweinehund, Dinge auszuprobieren, vor denen man bisher Angst hatte, die man von sich geschoben hat oder einfach nur als „Furzidee" abgetan hat.

 

Ja, vielleicht will man gar nicht wissen, dass es begehbare Därme gibt (wer doch neugierig ist, möge hier weiter surfen - aber ich habe vorgewarnt!), dass alles, was man ausprobieren möchte auch Blessuren und Muskelkater als Folge haben kann - sogar eine spontane, chinesische Massage. Denn das könnte abhalten von der eigenen Spontaneität, Courage und der Neugierde. 

 

Aber gerade die lohnt sich. Immer wieder. Jeden Tag. 

Denn es verleiht Flügel, das Gefühl leicht zu sein, Tolles auszuprobieren, sich wieder wie ein Kind zu fühlen und alle Sorgen hinter sich zu lassen.

 

Das haben Heiko und ich, seit dem wir uns kennen, viel versucht. Nicht jede Idee lässt sich sofort umsetzen, aber eine lest ihr vielleicht schon seit einem halben Jahr. Diesen Blog hier. 30 Tage vegane Ernährung und die zahlreich folgenden Rezepte sind ebenso aus der Neugierde entstanden. Und vieles mehr.

 

Und ich habe Isabel in Hamburg persönlich kennengelernt. Zwei Jahre nach dem intensiven Zuhören. Das war eher zufällig vor ein paar Monaten auf dem pubnpub. So schließt sich der Kreis wieder. Oder sollte ich eher sagen das Rhönrad des Lebens?

 

 

Seitdem begegnen wir uns immer mal wieder auf Veranstaltungen - wie zufällig auf der Frankfurter Buchmesse (am Hädecke-Stand, wo wir wirklich alle getroffen haben, die wir kannten - vermutlich lag es an den leckeren Kokosplätzchen) - und jedes Mal ist es toll sie zu treffen, ihre Blogartikel („Was machen die da?" & „is a blog") zu lesen oder ihr live bei der eigenen Lesung zuzuhören.

 

Wie heute (Montag, 10.11.2014) im Büchereck Niendorf. Ihre Finissage zu Sachen machen. Nach etwa knapp anderthalb Stunden Lesung möchte ich immer noch nach Wacken, Rhönrad fahren und fliegen lernen.

Und ich bin glücklich einen Mann an meiner Seite gefunden zu haben, der Lust hat genauso verrückte Dinge zu tun wie ich. Für die gute Laune gehen wir zum Beispiel schaukeln oder ins Rabatzz (das mag Isabel auch, S. 154f. verraten es). Oder lesen. Oder machen einfach Sachen.

 

 

[daniela]

 

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