30 Tage Projekt: vegan Essen

Unser erstes gemeinsames kulinarisches Projekt: 30 Tage vegan essen oder warum wir nicht ins Gras beißen wollen.

 

Wir könnten bei “es war einmal” anfangen… aber im Grunde ist es doch wirklich so: Jeder lernt irgendwann mal in seinem Leben jemanden kennen, der seine Ernährung auf vegan “umgestellt” hat - egal, aus welchen Beweggründen (Allergien, Tierschutz, Diät, Anti-Aging…). Und spätestens, wenn man denjenigen so gerne mag, dass man mit ihm zusammen eine Mahlzeit verbringen möchte, setzt man sich automatisch mit der veganen Küche auseinander, denn der, mit dem man dann isst, sollte ja im besten Falle auch satt werden. Anfangs geht man vielleicht noch essen, weil dies einfacher ist und man sich auch nicht so richtig traut, vegan zu kochen (Gerüchten zufolge, dass Veganer nur Steine und Gras essen, lassen sich mit dem ersten Restaurantbesuch schnell aushebeln), aber irgendwann kommt der Moment der Party, des Abendessens oder anderer kulinarischer Ereignisse und weil man es als Gastgeber meistens gut meint, kümmert man sich auch um veganes Essen - Rezepte/Ideenblogs kennen “Betroffene” meistens genug, so dass einmalige Gelegenheiten also nie ein Problem darstellten.

 

So ging es uns Beiden schon vor einigen Jahren. Ganz neu ist die Thematik für uns also nicht. Überhaupt achten wir Beide sehr auf die Herkunft unserer Lebensmittel, essen maximal ein- bis zwei Mal die Woche Fleisch (von einem guten Metzger, wovon es nur zwei, drei wirklich gute in Hamburg gibt) - Huhn, Pute und Schwein kommen uns schon seit dem wir uns kennen nicht mehr in die Pfanne (wenn Fleisch nur mariniert schmeckt, kann man auch das Fleisch weglassen) - und verzichten bereits fast weites gehend auf Wurst und Eier. Wir sind Genussmenschen und haben gelernt, dass es auch für unsere bisherige Ernährungsweise einen Fachbegriff gibt: flexitarisch. Klingt komisch, ist aber so.

 

Nun sind wir im letzten Jahr vermehrt über vegane Rezepte gestolpert* - und nicht etwa, weil wir jedes Wochenende Veganer zu Besuch hatten -, sondern weil immer mehr Rezepteblogs, Facebookseiten und auch die Presse aus dem Boden sprießten, die sich dem Thema “vegan” annahmen. Von einigen veganen Restaurant- und Caféneueröffnungen in Hamburg ganz zu schweigen. Und jedes Mal bekam man Appetit, Hunger und/oder auch wahlweise Lust mal endlich diese tollen Rezepte auszuprobieren. Nur: der Mensch is(s)t nun mal Gewohnheitstier und gekocht wird, was im Vorratsregal steht. Wenn es mal schnell gehen soll, meistens irgendetwas mit Nudeln. Für Kreativeres wird gezielt eingekauft und genau da liegt als Erstes das Problem. Stolpert man über ein veganes Rezept, hat man meist die Zutaten nicht im Haus und irgendwann am nächsten Tag auch schon wieder vergessen, was man hätte einkaufen wollen… Um diesem Alltagstrott entgegen zu wirken, gibt es eine grandiose Hilfsidee: etwas 30 Tage lang ausprobieren. Das ist kurz genug, um am Ball (oder hier: an den Körnern) zu bleiben und lang genug, sich an tolle Projekte zu gewöhnen. Die Idee dazu bringt Matt Cutts in seinem TED-Talk ziemlich gut auf den Punkt (und lässt sich auf jede Idee, die einem so im Hirn rumspukt, umsetzen):

 

 

Eines zu dem Projekt sei noch gesagt: Wir freuen uns darauf, viele neue Lebensmittel (von A wie Arganöl und Agar Agar über F wie Flohsamenschalen, K wie Kala Namak, Q wie Quinoa, diverse pflanzliche Milchsorten und Nussmuße, Rohrohrzucker und viele andere) auszuprobieren und sehen unser Projekt als kulinarische Rundreise durch neue Zutaten und nicht als Verzicht. Nur unsere Kühlvorräte mussten noch leer gegessen werden (wir wollten einfach nichts wegschmeißen) und dann konnte es auch schon los gehen. Das klingt viel spontaner als es war. Denn natürlich haben wir uns schon vorher ein bisschen mit dem Gedanken beschäftigt und uns vieles Leckere überlegt, was wir dann frühstücken statt der üblichen Käseauswahl (die uns vermutlich am meisten fehlen wird), für den kleinen Hunger zwischendurch naschen und natürlich zu allen Hauptmahlzeiten des Tages so essen werden.

 

Wir sind sehr gespannt, was die 30 Tage in uns bewegen, mit uns machen und wie es dann weiter geht. Bis dahin versorgen wir euch gerne mit unseren Erfahrungen, Rezepten und Erlebnissen - einmal rund um die vegane Küche.

 

*Die Quellen unserer Inspiration bis zu dem Projekt sind hier zu finden:

Stefano Vicinoanio's Veganes Experiment

Jérôme Eckmeier

Veganguerilla

Vegan for You(th) (unser erstes “handfestes” Kochbuch zu dem Thema)

 

 

[daniela]

 

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