Zest, Leipzig

 

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, wo ich beginnen soll!

Bei: wir waren in fünf Tagen drei Mal hier essen oder es war das leckerste Restaurant, das wir in Leipzig gefunden haben oder aber: dass ich ausgerechnet immer wieder hierher wollte, wo ich doch gar nicht alles an Gemüse mag... 

 

Es trifft in Kurzform alles zu! 

 

In langer Form hatten wir uns umgehört, wo man in Leipzig gut/lecker vegan essen gehen kann, eine spontane Idee, genauso wie die Buchmesse zu besuchen... Uns wurde freundlicherweise das Zest empfohlen, der Dame sind wir jetzt noch ein Essen als Dank schuldig! 

 

Ohne zu reservieren (während der Buchmesse Nichts, was wir empfehlen würden, wir hatten aber nicht daran gedacht!), bekamen wir an unserem ersten Tag in Leipzig noch ein Plätzchen für zwei Personen und das auch noch früh genug, um die Mittagskarte, die bis 18 Uhr gültig ist, mitzubekommen.

 

Und hier kommt der erste Tipp: wer viele leckere Speisen (und es gab dort wirklich nichts, was uns nicht geschmeckt hätte!) ausprobieren mag, sollte es unbedingt so machen wie wir. So kann man für weniger Geld mehr ausprobieren. Ab 18 Uhr ändert sich die Karte, es wird opulenter und teurer, aber auch das ist sicher mehr als lohnenswert!

 

Jedenfalls gibt es getrennt voneinander eine Getränke- und Speisekarte, auch das sagt schon Einiges über die Vielfalt und das Angebot aus: 

Zum Durst löschen gibt es frisch gepresste Saftmixe, viele Saftschorlen (auch von ungewöhnlicheren Säften wie grüner Traubensaft z.B.), hausgemachte Limonaden (z.B. Pfirsich-Vanille), aber auch Viatacola, Fritzlimonaden, diverse Tees, Kaffeegetränke, Milchshakes und einige alkoholische Getränke. Schon da fällt die Auswahl also schwer.

 

Birne-Blutorangen-Saft & Kumquat-Sternanis-Limonade
Birne-Blutorangen-Saft & Kumquat-Sternanis-Limonade

Zugegeben, wir haben es uns, was die Speisen betrifft, am ersten Abend leicht gemacht, und zu den angebotenen Burgern zurück gegriffen, die grundsätzlich mit einer schon großen Beilage (Curly Fries, Kressekartoffelsalat, frittierte Zwiebelringe) serviert werden. 

Auch unter den Zutaten der Burger kann man frei wählen, angefangen vom sehr empfehlenswerten Zwiebel-Jalapeñobrot bis hin zu den traumhaften Soßen wie Apfel-Habeñero (wirklich ein bisschen scharf) oder Kaktusfeige-BBQ (lecker fruchtig).

 

Burger! Vorne Apfel-Habeñero, hinten Kaktusfeige-BBQ
Burger! Vorne Apfel-Habeñero, hinten Kaktusfeige-BBQ

Wir konnten den Gaumen nicht von dem Laden lassen und mussten dann unbedingt auch noch ein Dessert probieren: ein Bratapfel-Whiskey-Sorbet mit Zimtblütenschlagsahne, das sogar mir als Nicht-Whiskeytrinkerin extrem gut geschmeckt hat!

 

Bratapfel-Whiskey-Sorbet mit Zimtblütenschlagsahne
Bratapfel-Whiskey-Sorbet mit Zimtblütenschlagsahne

Rundum gelungen, haben wir gleich für Sonntag einen Tisch für Zwei reserviert, um mindestens noch einmal dort essen zu gehen, wir wollten einfach noch mehr ausprobieren!

 

Beim zweiten Besuch wurden es drei Gänge, die wir uns teilten (Haselnusskremsuppe - sehr lecker gewürzt, ein Sojaschnitzel mit tollen doppelt gebackenen Kartoffeln und Apfel-Calvados-grüner Pfeffer-Soße sowie der Weißen Schoki-Ananas-Minz-Torte, die grandios war, auch für nicht Minzliebhaber!).

 

Tja, und bevor es nach Hause ging, dann ein drittes und letztes Mal ins Zest, denn selbst die Idee in den Auerbachs Keller zu gehen (ja, nur bedingt vegan!), hat uns mit dem Blick auf die Speisekarte nicht überzeugt... dass ich das als wenigstens noch Ab- und Zu-Fleischesser mal sagen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Beim dritten Mal dort (wieder vor 18 Uhr) haben wir dann erneut die Suppe gegessen (wir wollten sie am liebsten eintuppern!), die Sandwiches ausprobiert, die ebenfalls mit den o.g. Zutaten serviert werden und das dritte große Dessert probiert: die Karameltarte mit Himbeerkrem. 

 

Ich glaube, dass wir mehr als satt geworden sind, brauchen wir an dieser Stelle nicht mehr zu sagen. 

 

Wir waren an den anderen Tagen im Telegraphen, der Pinguin Milchbar und dem Auerbach Keller gucken/essen und im Grunde konnte keines der anderen Lokale mit dem Zest mithalten. Im Alten Rathaus haben wir zumindest das Essen noch für gut befunden und sind zu einem vernünftigen Preis auch satt geworden. Mehr war da aber auch nicht.

 

Wir wissen, wo wir das nächste Mal wieder essen gehen werden in Leipzig! Und wir werden zwei der ca. 26-30 Plätze immer vorher telefonisch reservieren, denn es ist wohl der (noch) einzige rein vegane Laden in Leipzig und dementsprechend (fast) immer gut besucht. Manchmal von ein paar Menschen, die merkwürdig anmuten, aber vielleicht tun wir das auch. Und letztlich geht es nicht um ein Bio-Grünes-Hipster-Öko-Mami-Publikum oder andere ausgefallene Erscheinungen, sondern um ein grandioses Geschmackserlebnis. Und da hat das Zest mindestens 6 von 5 Sternen verdient!

 

Ach, im Übrigen auch deshalb, weil es - zumindest bis 18 Uhr - bezahlbar und eher günstig ist (der Burger z.B. kostet 7,90 Euro) als überteuert-hip-vegan.

 

Und, wer jetzt Hunger bekommen hat, hier geht es zu den Speisekarten, der Telefonnummer und der Adresse!

 

Lasst es euch gut gehen dort, wir werden euch beneiden!

 

UPDATE, Freitag, der 25. April 2014:

Dieser Artikel wurde der Rubrik #tierfreitag hinzugefügt.

 

 

[daniela]

 

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