Mixertest: Vitamix vs. KitchenAid

Auf der diesjährigen Internorga haben wir u.a. auch den Stand von Vitamix besucht. Hier gab es nicht nur leckere Smoothies zur Verkostung, sondern auch ein offenes Ohr für Blogger. Nach kurzer, schriftlicher Nachfassung war bereits eine sympathische Kooperation mit Keimling Naturkost - hier in Deutschland für vegane Blogger zuständig - geschlossen und wir durften einen Vitamix Pro Mixer für drei Monate auf Herz und Nieren prüfen. Anbei also unsere individuellen Erfahrungen mit dem Hochleistungsgerät.

 

Über Jahre hinweg hatten wir einen KitchenAid-Standmixer (ca. 200 Euro Anschaffungspreis) mit dem wir zufrieden unsere Smoothies zubereiten konnten. Auch Kleinigkeiten wie gefrorenes Obst war kein Problem, doch für Nüsse, Rohkosttortenmasse usw., tat er sich sehr schwer, so dass wir nicht nur einmal die Kupplung als Verschleißteil neu bestellen und auswechseln mussten.

Obwohl der KitchenAid-Service (telefonisch/postalisch) einwandfrei und extrem sympathisch funktioniert, ist dies dennoch immer das Manko an dem kleinen Küchengerät gewesen.

 

 

Hier gut im Bild sichtbar: Die Zacken der Kupplung des KitchenAid-Standmixers brechen leider immer wieder ab - auch mit Verwendung der Pulsefunktion.
Hier gut im Bild sichtbar: Die Zacken der Kupplung des KitchenAid-Standmixers brechen leider immer wieder ab - auch mit Verwendung der Pulsefunktion.

 

Kein Wunder also, dass wir uns irgendwann umschauen wollten nach einem größeren Gerät mit mehr Leistung.

 

Auf der Internorga wurden wir dann fündig. Neben Vitamix waren natürlich auch noch große, andere Firmen auf der Messe vertreten, doch war Keimling als einzige Firma bereit, ein kostenloses Testgerät zur Verfügung zu stellen. Bianco lehnte bereits eine Kooperation auf der Messe ab, von KitchenAid bekamen wir eine schriftliche Absage per E-Mail.

 

Deshalb beziehen sich unsere Vergleichswerte auf unseren bereits vorhandenen Mixer und auch wenn dieser deutlich weniger Leistung hat als ein fast dreifach so teures Gerät, lassen sich Handhabe, Verwendung, Material und Lautstärke natürlich dennoch vergleichen.

 

Eines sei vorweg genommen: Mit der Leistung von 2,2 PS des Vitamix Pro 300 waren wir von Beginn an sehr zufrieden, mussten keine Nüsse vorher mehr in Wasser einweichen und auch der Mixprozess dauerte in den meisten Fällen nicht mal eine Minute. 

 

Doch es gab auch von Anfang an einen Punkt, der uns massiv wurmte: Die Mixerkanne ist laut Betriebsanleitung nicht spülmaschinengeeignet. In einem Kochhaushalt wie unserem auf Dauer undenkbar - bei uns kommt alles in die Spülmaschine, die auch mind. einmal täglich läuft.

Nun war es ein Testgerät, so dass wir uns genau an die Anleitung gehalten haben, die Kanne mit warmem Wasser auszuspülen. Das verbraucht für unseren Eindruck extrem viel Wasser (und Spülmittel) für nur ein Küchengerät und ist unpraktisch dazu. In der Gesamtbewertung der größte, negative Aspekt für uns.

Damit zusammen hängend ist noch das Material der Kanne zu erwähnen: Sie besteht aus Plastik und nicht wie viele Mixer aus Glas. Heiße Lebensmittel in den Mixer zu füllen (für Suppen o.ä.) waren dabei kein Problem, wer aber möglichst auf Plastik verzichten möchte, ist hier sicherlich auch nicht ganz richtig beraten.

 

Vielleicht liegt es an der 2,2 PS-Leistung, aber uns kam der Mixer zudem extrem laut vor (Staubsauger-Qualität), etwas, an das man sich gewöhnen kann. Die Nachbarn dann hoffentlich auch, sollte man mal nach 22 Uhr seine Smoothies vorbereiten wollen...

 

Ein kurzer Eindruck über Handhabe und Lautstärke im Video:

 

Das Fassungsvermögen von zwei Litern hat den Vorteil großen Mengen schnell Herr zu werden, z.B. für Büffetvorbereitungen, große Mengen Aufstrichen oder Partyessen. Das ist auch fast das doppelte zum kleinen Standmixer.

 

Der Nachteil: Es muss auch immer ein bisschen mehr an Lebensmitteln im Mixer vorhanden sein als im bisherigen Gerät - ansonsten ist die Leistung alles zu einer cremigen Masse o.ä. zu verrühren nicht gegeben. Der Durchmesser der Kanne ist einfach dazu viel zu groß. Damit nimmt das ganze Gerät (inkl. Stößel) natürlich auch einiges an Stellfläche in der Küche ein. Aber ein Gerät, das täglich gebraucht wird, darf natürlich auch die Arbeitsplatte belegen.

 

Eine Cashewcreme für eine Rohkosttorte: in bereits 45 Sekunden gibt es ein cremiges und wunderbares Ergebnis. An der Leistung des Vitamix ist nichts auszusetzen.
Eine Cashewcreme für eine Rohkosttorte: in bereits 45 Sekunden gibt es ein cremiges und wunderbares Ergebnis. An der Leistung des Vitamix ist nichts auszusetzen.

 

Fazit:

Der Vitamix Pro 300 für 700 Euro hat eine enorme Leistung erbracht im Vergleich zu unserem bisherigen Standmixer. Ganz ohne Schnickschnack und besondere Funktionen und Programme, ist er kinderleicht in der Bedienung. Es gibt außer der Pulse-Funktion ganz links für besonders harte/hartnäckige Lebensmittel nur einen Stärkeregler und An-/Ausschalter. Keine besonderen Programme oder Schnickschnack. 

Abzüglich der Spülproblematik, des Materials und der Größe sind wir selbst noch nicht 100% von dem Gerät überzeugt. Wären die Kannen aus Glas und spülmaschinenfest, würden wir uns aber sicherlich für einen Vitamix dauerhaft entscheiden. Auch, weil hier der Kontakt zu der Firma sehr sympathisch und international sehr schnell funktioniert hat. Das hat uns so begeistert, dass wir die Firma uneingeschränkt weiter empfehlen können (für alle Haushalte z.B. ohne Spülmaschine), wir aber dennoch noch auf der Suche nach dem richtigen Hochleistungsmixer bleiben werden...

 

 

[heiko & daniela]

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Samstag, 02 Juli 2016 13:00)

    Die Kanne des Vitamix ist nicht aus Glas, da die mechanische Belastungsgrenze ( bei der hohen Drehzahl des Vitamix) einer Glaskanne überschritten wäre. Die Kunststoff-Variante dient also der Langlebigkeit und der Sicherheit.